Newtown, Connecticut, und die weltweite Betroffenheit …

Ich frag mich immer, warum finden so viele Amokläufe in Schulen statt, in denen Kinder und Jugendliche doch eine Art “Sozialisierung” für die Anforderungen der Gesellschaft bekommen sollen? Wohl hat Schule für so manchen stattdessen etwas Traumatisches, das er nicht verarbeiten kann. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, dass Kinder nur selten “putzig” sind und Jugendliche auch nicht, wenn sich eine Gruppendynamik gegen eine einzelne Person entwickelt. Da fängt das Mobbing schon im Kindergarten an. Ich und auch einer meiner Söhne hatten schwer daran zu knabbern, zuerst auf der “falschen” Schule zu sein. Eine Wechsel kann da helfen. Ich z. B. war einfach nicht geschaffen für den militaristischen Ton, der an dem ersten Gymnasium vorherrschte, an dem ich war. Nachdem ich auf ein musisches Gymnasium gewechselt bin, bei dem Kreativität etwas zählte, bin ich ein anderer Mensch geworden. Oft hatte ich vorher das Gefühl, den Ansprüchen der Welt nie gerecht werden zu können …. dabei war es zuerst nur das falsche Umfeld.

Die meisten von uns wissen wahrscheinlich, dass Schule sehr grausam sein kann. Es zählt auch nicht das Individuum und das Tempo seiner Entwicklung, sondern das Durchpeitschen des Lehrplans, jetzt noch schneller als zu meiner Zeit. Ich habe auch die andere Seite erlebt als Lehrer: Du hast 30 Kinder/Jugendliche vor Dir sitzen und weißt nach kurzer Zeit, wer alles Probleme hat. Aber Du hast fast keine Zeit, auf deren individuelle Probleme einzugehen, geschweige denn, den Klassenverband, den man nur ein paar Stunden in der Woche unterrichtet, ins Gebet zu nehmen und für die Folgen des Mobbings zu sensibilisieren.

Da ist auch wieder der Staat gefragt, der jetzt wieder auf betroffen macht … aber bei Bildung wird ja nach wie vor gerne zuerst gespart … schon damals, als ich meine Lehrerausbildung gemacht habe, waren gerade in einem “Elite-Gymnasium” die Klassenzimmer und Lernmittel in einem derart maroden Zustand, dass ich jede Stunde praktisch doppelt vorbereiten musste – einmal mit Hilfsmitteln, einmal ohne, weil man nie sicher sein konnte, ob Geräte verfügbar waren oder funktionierten. Das war Anfang der 90er – ich möchte nicht wissen, wie das heute ist …

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