Hundehasser im Raum Nürnberg sollten sich künftig wärmer anziehen

Sensationsgeschichten über Beißvorfälle, unreflektierte Berichte über sogenannte “Kampfhunde”, reißerische Umfragen, ob Hunde etwas in der Stadt verloren haben, Hundekotdiskussionen – die Medien tun schon viel dazu, Hundehass gesellschaftsfähig zu machen. Manchmal könnte man fast meinen, Hundehass wäre “schick” – und das ermutigt natürlich seltsame Zeitgenossen, die feige und ganz gezielt von Hunden frequentierte Areale wie die von der Stadt ausgewiesenen Freilaufzonen mit Giftködern verseuchen – Würstchen mit Rasierklingen, Rattengift und so weiter … auch hier in meiner unmittelbaren Umgebung scheint ein Bauer völlig unbehelligt seit Jahren Stacheldrahtfallen zu platzieren, um Hunde zu verletzen. Dass es dabei aber auch Kinder oder das Wild erwischen könnte, so weit denken die lieben Hundehasser anscheinend nicht.

Stacheldrahtfalle in Gerasmühle.

Stacheldrahtfalle (Gerasmühle).

Doch jetzt zeichnet sich zumindest im Raum Nürnberg ein Umdenken ab. Hoffen wir, dass es nicht nur ein Strohfeuer bleibt. Vor einigen Wochen haben sich auf Facebook die beiden Gruppen “Giftköder Nürnberg und Umland” sowie “Giftköder Nürnberg – Brainstorming” gegründet und mittlerweile schon viel erreicht. Dass hier Handlungsbedarf bestand, belegt die Tatsache, dass die erste Gruppe binnen weniger Wochen auf mittlerweile fast 1.200 Mitglieder angewachsen ist und die andere in wenigen Tagen bereits über 200 Unterstützer gefunden hat.

Während die Giftköder-Gruppe ihren Zweck vor allem darin sieht, vor aktuellen Bedrohungen zu warnen, plant “Brainstorming” konkrete Aktionen, wie man die Bedrohung durch militante Hundehasser am besten in den Griff bekommen kann. Hierzu gehört, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das bislang kaum richtig wahrgenommene Problem der Giftköder zu schaffen, Polizei, Behörden und Medien mit einzubinden und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Interessant hierzu die beiden Artikel in der Nürnberger Zeitung:

Finder sollen Giftköder bei der Polizei anzeigen

Bündnis gegen Hunde-Giftköder bekommt starke Resonanz

Es scheint, als ob die Zeiten langsam vorbei sind, in denen Hunde und ihre Halter als “Randgruppe” gesehen werden, auf der man beliebig herumhacken kann, ohne Gegenwind zu spüren. Da geht mir echt das Herz auf. Vielleicht wächst da ja jetzt auch mal bei der NN das Bewusstsein, dass Hetzartikel gegen Hunde nicht der richtige Weg sind, um das (vorwiegend zwischenmenschliche) Problem anzugehen …

Wer sich näher informieren möchte, wende sich bitte an die beiden Facebook-Gruppen:

Giftköder Nürnberg und Umland (Warnungen vor aktuellen Gefahren)

Giftköder Nürnberg – Brainstorming (Planung von Aktionen gegen Giftköder und Hundehasser)

Kategorie: Allgemein, Hunde Comments Off on Hundehasser im Raum Nürnberg sollten sich künftig wärmer anziehen

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